Studienlage im Überblick

Forschung für den Alltag

Monotasking klingt nach einem simplen Ratschlag. Die Datenlage dahinter ist überraschend konsistent und lohnt einen genaueren Blick.

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Was in Laboren tatsächlich gemessen wird

Klassische Multitasking-Experimente lassen Versuchspersonen zwischen zwei Aufgaben wechseln, etwa einer Rechenaufgabe und einer Textaufgabe. Gemessen werden Reaktionszeit und Fehlerquote unmittelbar nach jedem Wechsel.

Diese sogenannten Switch-Costs, also die Kosten des Wechsels, lassen sich über Jahrzehnte hinweg in sehr ähnlicher Größenordnung reproduzieren. Das macht den Befund robuster als viele andere Ergebnisse aus der Psychologie.

Bibliotheksregal mit Fachzeitschriften zur Kognitionsforschung, geordnet nach Jahrgängen
Minimalistischer Arbeitsplatz mit einem Bildschirm und einer einzigen offenen Anwendung
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Warum die Ergebnisse klarer sind als vermutet

Viele psychologische Effekte gelten mittlerweile als schwer wiederholbar, was der gesamten Disziplin zu schaffen macht. Die Kosten des Aufgabenwechsels gehören dagegen zu den wenigen Befunden, die sich über verschiedene Labore, Kulturen und Aufgabentypen hinweg zuverlässig zeigen.

Das liegt vermutlich daran, dass der Mechanismus dahinter recht einfach ist: Ein Wechsel erfordert, dass mentale Regeln neu geladen werden, bevor die eigentliche Aufgabe beginnt. Diese Ladezeit lässt sich kaum wegtrainieren, sie lässt sich höchstens seltener nötig machen.

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Wo Multitasking trotzdem funktioniert

Nicht jede gleichzeitige Tätigkeit ist problematisch, etwa wenn eine der beiden Aufgaben weitgehend automatisiert abläuft. Gehen und einem Podcast zuhören etwa beansprucht selten dieselben kognitiven Ressourcen wie Lesen und Zuhören gleichzeitig.

Schwierig wird es, sobald beide Aufgaben Sprache, Entscheidungen oder Arbeitsgedächtnis beanspruchen. Genau das betrifft einen großen Teil klassischer Bildschirmarbeit, vom E-Mail-Schreiben bis zur Terminplanung.

Person macht sich handschriftliche Notizen an einem ruhigen Schreibtisch am Morgen
Blick aus einem Fenster, Person im Vordergrund unscharf, Moment des Innehaltens
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Was das für den eigenen Arbeitstag bedeutet

Aus der Forschung folgt keine allgemeingültige Regel, wohl aber ein nützlicher Hinweis: Aufgaben, die volle Aufmerksamkeit verlangen, lassen sich selten parallel gut erledigen. Wer das weiß, kann bewusster entscheiden, wann ein Wechsel wirklich nötig ist und wann er nur aus Gewohnheit passiert.

Diese Einordnung ersetzt keine persönliche Beratung und ist nicht als Handlungsanweisung gedacht. Sie beschreibt lediglich, was die vorliegenden Daten nahelegen.

Weiterführende Fragen

Ergänzende Einordnungen zur Studienlage.

Die Größenordnung variiert etwas zwischen Personen und Aufgabentypen. Die grundsätzliche Richtung des Effekts, also langsamere und fehleranfälligere Bearbeitung nach einem Wechsel, zeigt sich aber in nahezu allen untersuchten Gruppen.

Übung verbessert die Ausführung einzelner Teilaufgaben, verringert die grundsätzlichen Wechselkosten aber nur begrenzt. Selbst erfahrene Vielaufgabenmenschen zeigen in Studien weiterhin messbare Verluste beim Wechsel.

Ablenkung beschreibt eher den Auslöser, etwa eine Benachrichtigung. Multitasking beschreibt die Reaktion darauf, also den tatsächlichen Wechsel zwischen Aufgaben, den die Forschung misst.